Einleitung (Christian Borgwardt)

Trotz der gesetzlichen Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache ist es für die hiesigen Schulen leider immer noch keine Selbstverständlichkeit, dass taube Kinder in DGS unterrichtet werden. Meistens wird die Gebärdensprache dort nicht als Primärsprache eingesetzt, sondern nur als Behelfsmittel, wenn die lautsprachliche Kommunikation mit einem Kind nicht klappt. Nur wenige Schulen in Deutschland setzen die DGS ganz offiziell ein. Meist sind das Schulen, die ein bilinguales (=zweisprachiges) Unterrichtskonzept verfolgen. Im bilingualen Unterricht vertritt hierzulande immer eine Lehrkraft eine Sprache. Das heißt: Eine hörende Lehrkraft hält ihren Unterricht in deutscher Lautsprache ab, eine gehörlose Lehrkraft unterrichtet in DGS.