Aufbau/Struktur

Das Bildungssystem für taube und schwerhörige Kinder ist in Deutschland wie folgt aufgebaut:

Für kleine Kinder ist der Bereich der Frühförderung zuständig. Hier werden taube und schwerhörige Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung unterstützt, wobei auch die Eltern, egal ob hörend oder taub, in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden. Für Kinder im Vorschulalter gibt es in manchen Orten Vorschulen, die taube Kinder aufnehmen. In jedem Fall beginnt der schulische Bildungsweg für taube Kinder aber spätestens mit der Grundschule. Danach wechseln die Kinder in die Sekundarstufe I, wo ein Haupt- oder Realschulabschluss erworben werden kann. Danach besteht bei entsprechenden Leistungen die Möglichkeit, die Sekundarstufe II zu besuchen und das Abitur zu machen. Dazu gibt es in Deutschland unterschiedliche Angebote und Standorte: Zum einen gibt es Schulen, die sich ausschließlich auf taube und schwerhörige Kinder spezialisiert haben: Die rheinisch-westfälische Kollegschule in Essen, die sich besonders auf taube Schüler eingestellt hat, die Margarethe-von-Witzleben-Schule in Berlin und das Bildungs- und Beratungszentrum für Hörgeschädigte in Stegen bei Freiburg. Die Klassen setzen sich dort ausschließlich aus hörgeschädigten Schülern zusammen.

Darüber hinaus bieten einige Gymnasien Integrationsklassen für taube und schwerhörige Kinder an. Dort bereiten sich gut hörende und hörgeschädigte Jugendliche gemeinsam auf das Abitur vor. Dieses Angebot besteht z.Z. in München und Hamburg.